Haftpflichtversicherung – nicht nur Vorteile im Schadensfall

Die Haftpflichtversicherung soll im Schadensfall die entstehenden Kosten abfangen und aufgreifen, um den Schadensverursacher zu entlasten. Die entstandenen Kosten werden dabei aus den geleisteten Beiträgen des Versicherten beglichen. Je nach Versicherung kann dabei eine Selbstbeteiligung fällig werden – doch selbst die ist in der Regel eine Kleinigkeit im Vergleich dazu, was auf den Schadensverursacher zu kommen würde, müsste er die gesamte Summe des Schadensersatz übernehmen. Eine Pflicht für eine solche Versicherung besteht in Deutschland nur für KFZ-Halter und Menschen, die aus Berufsgründen Schusswaffen mit sich führen, wie etwa für Jäger. Von den erwähnten Gruppen geht ein solch hohes Risiko der Schadensverursachung aus, dass sie dazu verpflichtet werden, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Doch auch für alle anderen Personen und Familien ist der Abschluss einer solchen Versicherung ratsam, um im Schadensfall nicht vor einem finanziellen Fiasko zu stehen. Wenn der Abschluss auch ratsam ist, so gibt es trotzdem einige Nachteile, derer man sich bewusst sein sollte, wenn man eine Haftpflichtversicherung abschließen möchte.

Die Nachteile einer Haftpflichtversicherung

Ein Nachteil einer Haftpflichtversicherung ist die Wartezeit, die aufkommen kann, eh man die Kosten der Schadensbegrenzung von der Versicherungsgesellschaft erhält, bzw. erstattet bekommt. Im Fall einer Vorleistung des Versicherungsnehmers können somit also dennoch finanzielle Engpässe entstehen. Vor allem bei größeren Schadenssummen behalten die Versicherungsgesellschaften es sich vor, Gutachter zu beauftragen, den Schaden und die entsprechende Regulierung zu überprüfen. Diese Vorgänge sind mit administrativem Aufwand verbunden, der Zeit in Anspruch nimmt. Bevor diese Vorgänge jedoch nicht beendet sind und die Prüfung eingehend abgeschlossen wurde, findet keine Auszahlung statt. Auf diese Weise kann es passieren, dass entweder derjenige, der eh schon den Schaden an seinem Eigentum davon tragen musste, auf seine Erstattung warten muss. Oder derjenige, der den Schaden verursacht hat, tritt in Vorkasse und muss dann gegebenenfalls sehr lange auf seine Erstattung warten. So oder so können in solchen Fällen finanzielle Engpässe entstehen, die man eigentlich mit dem Abschluss einer Haftpflichtversicherung und der regelmäßigen Einzahlung in diese umgehen wollte.

Ein weiterer Nachteil einer Haftpflichtversicherung kann die Kündigung derer durch die Versicherungsgesellschaft sein. Im Fall von zu häufig auftretenden Schäden kleineren oder größeren Ausmaßes, die der Versicherung in kurze Abständen gemeldet werden, hat die Versicherung verschiedene Möglichkeiten. Die weniger fatale Variante wäre eine Anhebung der Beitragssätze. Dieser Fall ist für den Versicherungsnehmer zwar ärgerlich, der Versicherungsschutz bleibt jedoch erhalten. Eine weitaus brenzligere Variante der Konsequenz wäre eine Kündigung der Versicherung durch den Anbieter. Nicht nur, dass der Versicherungsschutz somit erlischt, der (ehemals) Versicherte muss sich auch nach einer neuen Versicherung umsehen – und das kann nach der Kündigung durchaus zu einem schwierigen Unterfangen werden. Andere Versicherungsgesellschaften können es sich nämlich durchaus vorbehalten, einen neuen Kunden aufzunehmen – oder eben nicht. Und durch die Kündigung einer Versicherungsgesellschaft steigt das Risiko, dass andere Anbieter den Kunden nicht mehr aufnehmen wollten – oder ihm sehr hohe Beitragssätze abverlangen.

Mit diesen Nachteilen im Blick sollte man sich also gerade bei kleineren Schäden überlegen, ob es nicht sonnvoller wäre, den Schaden aus eigener Tasche zu regulieren. Gerade wenn dann noch eine Selbstbeteiligung im Spiel ist, wird eine eigenen Übernahme der Kosten höchst wahrscheinlich um einiges sinnvoller.

Photo: Markus Bormann – Fotolia.com

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